BiLDSCHiRMAUFLÖSUNGEN UND SEiTENVERHÄLTNiSSE
Die Sache mit der Auflösung und Seitenverhältnis ist nicht sofort leicht zu verstehen. Man muss hier etwas rausholen... Ich versuche zu erklären:
Das Seitenverhältnis (auch "Aspect Ratio" genannt) beschreibt das Verhältnis der Breite zur Höhe eines Bildes oder Displays, unabhängig von der tatsächlichen Auflösung. Der Unterschied zwischen der Auflösung und dem Seitenverhältnis entsteht durch die Art und Weise, wie die Zahl der Pixel interpretiert wird.
Lass uns das mal am Beispiel der PAL-Auflösung entwirren - ein Step nach dem anderen.
Die Auflösung von PAL ist 720 x 576. Wenn wir nun das Seitenverhältnis (Breite zu Höhe) berechnen, erhalten wir:
Breite = 720 Pixel; Höhe = 576 Pixel
Berechnung des Seitenverhältnisses:
Um das Seitenverhältnis zu bestimmen, teilen wir Breite durch Höhe:
720 : 576 = 1,25
Das bedeutet, dass die Breite des Bildes 1,25-mal so groß ist wie die Höhe. In Bruchform entspricht dies dem Verhältnis 5 : 4. Bedeutet, dass in der Breite 5 und in der Höhe 4 gleiche Teile zu finden wären...

Warum sprechen wir aber bei PAL über Verhältnis 4:3 und nicht 5:4?
Obwohl die Berechnung des Seitenverhältnisses von 720 x 576 mathematisch 5:4 ergibt, handelt es sich bei PAL um ein interlaced (zeilenweise) TV-Signal. Das bedeutet, dass es zwei Halbbilder gibt, die abwechselnd angezeigt werden, was zu einer unterschiedlichen Wahrnehmung der Bildhöhe führt. [ÜBELTÄTER!]
Die PAL-Auflösung von 720 x 576 wird ursprünglich als 4:3 betrachtet, weil sie auf der Standardfernsehtechnologie basiert, bei der das Bild aufgrund der Interlaced-Technik und der visuellen Wahrnehmung der Videotechnik als 4:3 wahrgenommen wird. In der Praxis wurde das 4:3-Seitenverhältnis verwendet, um das Bild auf den alten Röhrenfernsehern zu skalieren, bei denen 576 Pixel vertikal als vollständige Bildhöhe betrachtet wurden!
Also, zusammenfassend: 720 x 576 hat das mathematische Seitenverhältnis 5:4. Ja, stimmt soweit. Aber PAL wird in der Praxis und in Bezug auf das Fernsehformat als 4:3-Seitenverhältnis betrachtet, weil das Bild durch Interlacing und die Art der Anzeige auf den TV-Bildschirmen so dargestellt wird. Es hat weniger mit der reinen Mathe zu tun, sondern mehr mit der Art und Weise, wie das Bild auf Displays oder Fernsehgeräten dargestellt wird. Die Seitenverhältnisse wie 4:3 und 16:9 sind oft durch Historie und technische Beschränkungen geprägt und können von den reinen Pixelberechnungen abweichen.
In vielen Fällen, wie beim PAL-Standard, wurde ein Bild mit einer mathematisch anderen Pixelhöhe als 4:3 angezeigt, aber man sprach trotzdem von 4:3, weil es den TV-Standard widerspiegelte.
Und hier eine Liste mit nur ausgewählten Auflösungen (es gibt noch mehr davon!). Bei der reinen Berechnung gehören manche Auflösungen unter einer anderen Bildverhältnis-Sparte, aber, aus schon bekannten Gründen, gehören sie eben woanders:
Seitenverhältnis | |||||
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Seitenverhältnis | |||||
Seitenverhältnis | |||||
Seitenverhältnis |
Wie du jetzt bestimmt merkst, ist eigentlich nicht sooo schwer... 😉
Viel Erfolg!
